Kinderprothesen

Obwohl heute viele prophylaktische, also vorbeugende, Maßnahmen gegen die Kariesentstehung unternommen werden, ist es manchmal unumgänglich Milchzähne vorzeitig zu entfernen. Vor allem bei dem sog. „Baby Bottle Syndrom“ – entsteht durch intensives Nuckeln und Saugen aus Trinkflaschen bei bevorzugt süßen oder gesüßten Getränken – sind oft schon im Alter von 2-3 Jahren umfangreiche kariöse Zähne vorhanden, die dann meist sogar in Narkose entfernt werden müssen. Betroffen sind bevorzugt die Frontzähne. Die Entfernung dieser tief zerstörten Zähne ist notwendig um die allgemeine körperliche und seelische Entwicklung zu unterstützen, sowie die Gebissentwicklung vor Schäden zu bewahren. Mit den notwendigen Zahnentfernungen (Extraktionen) können Änderungen ausgelöst werden, die zu Störungen in der Sprachbildung, der Kaufunktion, des Kieferwachstums führen und vor allem entstehen ästhetische Probleme.
Sind nur einzelne Zähne betroffen, genügt oft die Eingliederung eines Lückenhalters. Bei größeren Zahnverlusten genügt dies oft nicht, sodass eine Kinderprothese eingegliedert werden muss. Hier wird die Ästhetik und auch die Funktion der Mundhöhle entscheidend verbessert. Meist handelt es sich um Teilprothesen des Oberkiefers bei denen 2–4 Frontzähne ersetzt werden müssen, aber es kommt auch vor, dass Vollprothesen eingesetzt werden müssen. Da die Kiefer noch wachsen, muss damit gerechnet werden, dass die Kinderprothesen nach mehr oder weniger kurzer Zeit neu eingepasst werden müssen. Dies geschieht altersabhängig.
Brechen die bleibenden Zähne, etwa ab dem 5.–6. Lebensjahr, durch wird die Kinderprothese einfach an den entsprechenden Stellen ausgeschliffen. Sie wird solange getragen bis alle bleibenden Zähne, die durch die Prothese ersetzt sind, durchgebrochen sind.