Zuckeraustauschstoffe

In allen entwickelten Ländern war in den vergangenen 50 Jahren die Zahnkrankheit Nr. 1 die Karies. Weltweit wurden große Anstrengungen unternommen, diese Erkrankung unter Kontrolle zu bekommen, auch im Hinblick auf die Kosten, die deren Behandlung verursachte. Um es auf einen Punkt zu bringen ist die Ursache der Zahnzerstörung durch Karies eine falsche Ernährung, hier vor allem der häufige Konsum von Zucker. Dieser Zucker wird in der Mundhöhle von den dort vorhandenen Bakterien zu Säuren umgebaut, die dann die Zahnhartsubstanzen angreifen. Die Menschen, deren Risiko Karies zu bekommen sehr hoch ist, nehmen erfahrungsgemäß auch viel Zucker zu sich. Den Zuckerkonsum zu reduzieren oder gar einzuschränken, fällt ihnen besonders schwer. Ein Ansatz zur Reduzierung der Zuckerwirkung ist die Verwendung von Zuckeraustauschstoffen. Die Süßwarenindustrie bietet bevorzugt den Austauschstoff Sorbit an. Dieser ist kostengünstiger als der besser wirksame Zuckeraustauschstoff Xylit. Xylit wird aus Birkenrinde und Hartholz gewonnen, ist also ein natürliches Produkt. Xylit vermindert die Bildung von Plaque, also Zahnbelägen, die den Bakterien als Nahrung dienen, außerdem werden die Bakterien, die die Karies verursachen ( Streptococcus mutans ) in ihrem Wachstum gehemmt. Diese Bakterien können diesen Zuckeraustauschstoff nicht aufnehmen, sie werden quasi „ausgehungert“. Durch regelmäßigen Verzehr von Xylit werden somit die Anzahl dieser Bakterien, die sowohl im Speichel als auch in den Plaques vorkommen, reduziert. Außerdem vermindert Xylit die Säurebildung, die für die Entstehung der Karies verantwortlich ist. Menschen, die kariesanfällig sind, sollten also darauf achten Xylit-haltige Produkte zu wählen.